WIE EIN HUND DAS LEBEN VERÄNDERT

Alles was ihr wissen müsst

Da die Mehrheit auf Instagram dafür abgestimmt hat, ist hier wie versprochen der Beitrag über das Leben mit einem Hund und wie sich dadurch vieles für uns geändert hat. Wie einige von euch vielleicht wissen, studiere ich Vollzeit mit einem Nebenjob und auch Jan ist Vollzeit beschäftigt. Deswegen ist es vielleicht für den einen oder anderen von euch, der auch mit dem Gedanken spielt sich flauschigen Familienzuwachs zu holen,  interessant, wie wir alles unter einen Hut kriegen. Ich freu mich wenn ihr dran bleibt!

Sooo, jetzt erstmal alles auf Anfang. Im Juni diesen Jahres (2018), haben wir mit Phoebe, einer Zwergspitz Hündin (Pomeranian), Familienzuwachs bekommen. Die beste Entscheidung in unserem Leben! Die Umstände waren ziemlich spontan und wir haben sie über E-Bay Kleinanzeigen privat gekauft. Die Familie in der sie war musste sie leider aufgrund einer Allergie abgeben. Damals war Phoebe 8 Wochen alt. Ein kleiner Puschel auf 4 Beinen. Gebürtig kommt Phoebe aus Slowenien und ihre Familie hatte ihr den Namen Julia gegeben.  Wenn das kein Zeichen war! Natürlich haben wir sie dann unbenannt, da es mit zwei Julias zuhause wahrscheinlich ein bisschen verwirrend geworden wäre. Da sie erst 8 Wochen alt war und schon zwei Wochen bei der neuen Familie gelebt hat, wurde unsere kleine Maus leider viel zu früh von ihrer Mutter und ihren Geschwistern getrennt. Aber sie hat sich prima entwickelt!

Jan und ich hatten zuvor schon oft darüber gesprochen uns einen Hund zu holen. Allerdings war da die Rede von größeren Hunden, wie Golden Retriever oder Australien Shepherd. Da wir aber im ersten Obergeschoss eines Dreiparteien Hauses wohnen, wollten wir einem größeren Hund die Treppen nicht zumuten. Mit Phoebe ist das kein Problem, mit ihren knapp 3 kg kann man sie einfach auf den Arm nehmen und tragen.

Aller Anfang ist schwer

Ich will es nicht schön reden, der Anfang war wirklich schwierig und es gab ein paar Momente, an denen ich an unserer Entscheidung gezweifelt habe. Von einem Tag auf den nächsten wurde unser komplettes Leben auf den Kopf gestellt. Der Zeitpunkt war immerhin ganz passend, da ich gerade in die Semesterferien gestartet war und viel Zeit hatte, mich mit Phoebe und allem drum und dran zu beschäftigen. Und das ist auch genau das, was ein Welpe in den ersten Wochen am meisten braucht: Aufmerksamkeit und Zuwendung. Sie war nicht stubenrein, hat überall hingemacht (AUCH Teppiche) und hat alles in den Mund genommen, was mich am meisten beunruhigt hat. Hunde finden Dinge in Ecken, von denen ihr nicht mal wusstet, dass sie existieren! Da Phoebe so klein war, ist sie unter Schränke gekrabbelt und unters Sofa – Schreckmomente meines Lebens. Sie war so klein, dass kein Halsband gepasst hat und wir sind mehr als nur einmal auf sie drauf getreten. Hört sich schlimmer an als es ist, bei kleinen Hunden ist das keine Seltenheit, da sie an den Füßen rumwuseln und sich leise anschleichen. Vieles lernt man mit der Zeit oder aus Fehler. Ich habe die ersten Wochen regelmäßig beim Tierarzt angerufen (z. B. als Jan ihr Weintrauben gegeben hat!? Die mit das Giftigste für Hunde sind) und das Praxisteam war mir so oft eine riesige Hilfe mit einer wahnsinns Geduld. Danke an dieser Stelle!

Phoebe hatte am Anfang ziemlich Angst vor dem Autofahren, weshalb wir oft mit ihr kleine Strecken gefahren sind, um sie dran zu gewöhnen. Allerdings hat sie mehr als nur einmal gespuckt, weil ihr schlecht wurde. Auch das gehört dazu.

Arbeit und Studium mit Hund?

Dies ist ein Punkt, über den man sich von Anfang an Gedanken machen sollte. Ein Hund ist ein Rudeltier und kann nicht mal eben 8 Stunden alleine gelassen werden. Okay, „kann“ wahrscheinlich schon, allerdings wird dem Hund damit kein Gefallen getan. Aber es ist nicht unmöglich! Da Jan Gleitzeit auf Arbeit hat, ist er in der Anfangszeit morgens immer später zur Arbeit gefahren, wenn ich früh raus musste, oder früher nach Hause gekommen, wenn ich länger arbeiten musste. So war es möglich dass Pheobe nicht länger als zwei Stunden alleine war. Jetzt wo die Uni wieder angefangen hat, ist Phoebe vier Tage die Woche für ca. 4-5 Stunden alleine. Unsere liebe Nachbarin von oben hat einen Wohnungsschlüssel und geht mit Phoebe Gassi wenn sie Zeit hat. Bisher klappt unser Plan prima und Phoebe schläft die meiste Zeit wenn sie alleine ist. Es gibt auch Hundepensionen die anbieten, den Hund für die Zeit in der man nicht zuhause ist aufzunehmen. Allerdings ist dieser Service ziemlich teuer, weshalb wir uns dagegen entschieden haben.

Wenn wir doch mal über eine längere Zeit wegfahren, z. B. in den Urlaub, dann war mein Papa bisher so nett Phoebe bei sich aufzunehmen. Da ich mit einem Hund groß geworden bin, kennt mein Papa sich im Umgang mit Hunden aus, was ein toller Vorteil ist.

Welpenschule

Auf jeden Fall ist eine Welpenschule zu empfehlen. Da Phoebe so früh von ihrer Mutter und Geschwistern getrennt wurde, musste der Umgang mit anderen Hunden geübt werden. Das Spielen mit Artgenossen ist für die Kleinen das Schönste und sie lernen dadurch so viel! Da Phoebe so winzig klein war, war es schwierig eine Hundeschule zu finden, bei welcher ebenfalls kleine Hunde angemeldet waren. Das habe ich zuvor in Erfahrung gebracht, da das Spielen und Toben mit größeren Hunden für sie gefährlich sein könnte. Wir haben dann die passende Hundeschule gefunden und sie konnte sich jede Woche mit anderen kleinen Welpen austoben. Insgesamt ist Phoebe allen anderen Hunden gegenüber sehr unterwürfig, was das Spazierengehen super unkompliziert macht.

Kosten

Jaaa, ein Hund kostet Geld, viel Geld. Insbesondere am Anfang wird man erschlagen von anfallenden Kosten. Zunächst kostet der Hund an sich Geld, wenn über einen Züchter gekauft wird, dann sind die Kosten meistens höher. Ein Zwergspitz würde von einem Züchter ca. 1.200 bis 1.600€ kosten. Für Phoebe haben wir privat die Hälfte bezahlt, was immer noch eine Menge Geld ist. Wir haben aber demnach auch keine Papiere über ihre Abstammung, einen Impfpass und EU-Ausweis haben wir jedoch bekommen.

Die abschließenden Impfungen und Wurmkuren sind auch teuer, eine Impfung kostet um die 80€ und es fallen mehrere an (ich glaube drei). Phoebe musste komplett neu geimpft werden (Grundimmuniserung & Tollwut), da sie zu jung geimpft und nicht nachgeimpft wurde. Hinzu kam noch, dass Phoebe Giardien hatte, fiese Dünndarm Parasiten, die schwer loszuwerden sind. Sie hat inklusive eines Antibiotikums drei Medikamente nehmen müssen, bis ihr Stuhl „rein“ war. Alleine eine Stuhlprobe kostet um die 25€. Außerdem hatte sie stark verschmutze Ohren, da sie zu viel Ohrenschmalz produziert hatte und die Ohren dann stark gejuckt haben. Ihre Ohren mussten regelmäßig gereinigt und mit einem Medikament behandelt werden. Ich glaube insgesamt wird deutlich, dass die Kosten hoch waren.

Zu Anfang weiß man natürlich nicht, was alles auf einen zukommt. Es gibt auch die Möglichkeit eine Krankenversicherung abzuschließen. Allerdings hielten sich unsere Kosten verhältnismäßig im Rahmen. Da wir einen kleinen Hund haben werden die Medikamente sehr niedrig dosiert, weshalb die Kosten überschaubar sind.

Auch die Welpenschule hat einiges an Geld gekostet, für fünf Termine zur Welpenspielstunde haben wir 45€ gezahlt. Ich habe zusätzlich noch eine Welpenschulung gemacht, die insgesamt 129€ gekostet hat.

Kosten im Überblick:

  • Impfungen (falls nicht vorher durchgeimpft)
  • ggf. Medikamente
  • Wurmkuren alle drei Monate
  • Flöhe- und Zeckenschutz (alle 4 Wochen)
  • Grundaustattung für den Hund (Leine, Napf, Halsband, Körbchen, Spielzeug etc.)
  • Fressen, Leckerlis
  • Welpenschule / Hundeschule
  • Haftpflichtversicherung

Natürlich ist ein Hund zeitaufwendig und kostspielig. Allerdings ist das ein Preis den ich immer wieder zahlen würde, für das, was Phoebe uns täglich gibt. Eine bedingungslose Liebe, Treue und Verbundenheit, die kein Mensch dieser Welt übertrumpfen kann. Ich würde alles genauso wieder machen und es gibt keinen Tag, an dem mir Phoebe kein Lächeln ins Gesicht zaubert. Ich kann es mir gar nicht mehr vorstellen, nicht mehr morgens von ihr geweckt zu werden, wenn sie leise und vorsichtig in mein Gesicht atmet und mir ihre Pfote auf den Kopf legt. Allerdings kommen mit einem Hund auch Pflichten, denen wir uns bewusst sein müssen.

Für uns sind die lieben Vierbeiner Begleiter eines Lebensabschnittes. Für sie sind wir jedoch ein ganzes Leben.

Ganz zu Anfang, da war Phoebe gerade 10 Wochen alt, sind wir mit ihr das erste mal an die Ostsee in den Urlaub gefahren. Wie das für uns war und worauf besonders geachtet werden musste, könne ihr hier nachlesen. Viel Spaß!

xoxo,

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